Klima- oder Datenschutz?

Januar 27, 2020 0 Von Linlin

Ich habe einen Artikel auf der Seite possibleincaseofinterest.de gelesen zu dem Thema, ob man bei dem Klimaschutz auch auf Datenschutz achten muss. Dabei kam mir die Frage ob Datenschutz für die Klimaschutzbewegung ein wichtiges Thema darstellen sollte und ob dies überhaupt eine oder-Frage ist, oder ob es wie im Text eine gute Möglichkeit ist, beides zu verbinden. Für beide Seiten sprechen einige Argumente, die ich nun genauer erklären werde.

Die Organisation Extinction Rebellion wurde von dem CCC (Chaos Computer Club) stark kritisiert dafür, dass sie Teilnehmer ein Formular haben ausfüllen lassen, das laut dem CCC viel zu viele Informationen verlangte, die zum Teil zum Beispiel in den Händen der Polizei viel Schaden anrichten würden. In dem von Frau Braun geschriebenen Text wird erwähnt, dass es sinnvoll wäre weniger Informationen zu verlangen, da jeder Datenverkehr im Netz über Server geht die meist noch nicht über Ökostrom betrieben werden. Laut dem ZDF wäre das Internet, wenn es ein Land wäre, der sechstgrößte Stromabnehmer weltweit. Jedoch muss man dabei bedenken, dass jeder Datenverkehr nur eine sehr geringe Menge Strom verbraucht, zu klein um etwas zu ändern, weshalb sich XR (Extinction Rebellion) lieber auf ihre großen Schritte konzentrieren sollte.

Zudem grenzt das Thema Datenschutz direkt an das Thema Freiheit, ohne die man nicht streiken gehen könnte, um etwas in dem Land oder der Welt zu ändern. Die Überwachung durch die vielen Internetseiten wie Facebook, Google, Twitter und Co. bedroht unsere Freiheit und kontrolliert unsere Meinung, weshalb sich der CCC auch dagegen stellt. Gäbe es jedoch keine Überwachung, gäbe es viel mehr Möglichkeiten für Kriminelle und auch für Terroristen ihre Ziele zu erreichen, nehme man als Beispiel den Flughafen. Am Flughafen gibt es immer Kontrollen nach Bomben und Waffen, gäbe es solche Kontrollen nicht, wäre 9/11 tagtäglich möglich und Fliegen wäre gefährlicher als alles andere.

Frau Braun erwähnte auch die Kritik an der Einstellung zu dem Datenschutz bei XR von Linus Neumann, dem Sprecher des CCC in dem „Logbuch: Netzpolitik: Rebellionstinder“ vom 07.10.2019. Diese Lücke im Datenschutz lässt sich jedoch nach einem kurzen Besuch auf der Webseite der XR leicht erklären. Unter dem Link „Prinzipien und Werte“ lassen sich die 10 Verhaltensregeln der XR finden, unter denen auch das 6. Prinzip zu finden ist, welches besagt „Wir stellen uns selbst und unser toxisches System offen in Frage“ wo ich den Schwerpunkt gerne einmal auf das „Offen“ legen möchte. Jeder, der bei XR mitmacht, ist sich der Gefahr bewusst jederzeit festgenommen zu werden, und daher setzen sie ein Zeichen, dass sie klar nichts Verstecken müssen und klare Ziele haben, woran sich Politiker ein Beispiel nehmen sollten.

Als mein Fazit würde ich sagen, dass Klimaschutz und Datenschutz klar was miteinander zu tun haben müssen, es jedoch nicht das wichtigste Thema für die Umweltaktivisten ist. Kleine Schritte mögen zwar zum Ziel führen, jedoch ist das Ziel der XR mit großen Schritten auf die Zukunft zuzugehen, da wir nicht mehr genügend Zeit haben um langsam voran zu kommen. Die Umweltaktivisten sorgen sich zuerst darum die Zukunft zu erleben, bevor sie sich darum kümmern, das die Zukunft frei und gerecht ist. Sie sollten sich etwas darum kümmern, dass sie nicht zu angreifbar sind, aber sich trotzdem weiter auf die Umweltprobleme konzentrieren.